Sauna-Knigge: Das 1×1 des richtigen Schwitzens

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Wer zum ersten Mal einen Besuch in der Sauna plant, ist sich oft im Unklaren über die unausgesprochenen Verhaltensweisen. Darf ich mich im Bademantel auf die Bank setzen? Wann muss ich duschen? Wie verhalte ich mich, wenn bereits andere Gäste in der Kabine sind oder ein Aufguss im Gange ist? Vor allem Schüchterne und jene Menschen, die sich in Ihrem Körper nicht so wohlfühlen, fühlen sich unsicher und gehemmt. Damit es nicht zu unangenehmen Missverständnissen in der Schwitzkabine kommt, sollten Sauna-Neulinge einige Regeln kennen. So ist jederzeit für ein friedliches Klima gesorgt.

Nackt oder nicht?

Das Thema Nacktheit gehört zu den größten Bedenken für Sauna-Neulinge. Muss ich nackt sein oder darf ich im Bademantel oder gar in Schwimmsachen in die Kabine? Eines gleich vorweg: Wer in die Sauna will, muss früher oder später alle Hüllen fallen lassen. Badeschuhe oder Flip Flops sind hier ebenso wenig gern gesehen wie Schwimmbekleidung. Im Saunabereich sind zwar Badeschuhe erlaubt, doch müssen diese vor der Kabine verbleiben. Auch der Bademantel wird am besten durch ein Handtuch ersetzt, das um die Hüfte oder die Brust gebunden wird. Dieses strikte Verbot hat vielerlei Gründe. Zum einen zieht Kleidung Gerüche an, auf der anderen Seite sind sie Sammelbecken für Keime jeglicher Art. Hinzu kommt, dass sich die Kleidung mit Schweiß vollsaugt, der dann später im Abkühlbecken wieder abgegeben wird. Unappetitliche Tatsachen, die das Saunaerlebnis für andere Gäste erheblich beeinträchtigen könnte. Zwar ist der Bademantel tabu, doch das Handtuch gehört zum unverzichtbaren Rüstzeug eines jeden Saunatages. Dieses sollte so groß sein, dass der Körper darauf bequem Platz findet. Auch der eigene Schweiß sollte darin sicher aufgefangen werden können. Die sich sammelnden Tropfen hingegen mit der Hand abzustreifen, sollten Sauna-Anfänger unterlassen, schnell könnte er so in Kontakt mit anderen Schwitzenden kommen.

Hygiene ist das A und O

Wer sich auf engstem Raum mit Anderen aufhält, sollte stets auch das Gegenüber im Blick haben. Da Hitze die Ausdünstungen des Körpers anregt, sind starke Gerüche unbedingt zu vermeiden. Wenigstens einen Tag vor dem Saunabesuch sollten stark riechende Speisen wie Knoblauch oder Zwiebeln vermieden werden, auch Alkoholexzesse machen sich in der Sauna schnell unangenehm bemerkbar. Die Dusche vor dem Saunagang ist Pflicht! Sie spült den Alltagsschmutz, Kosmetikrückstände, Parfum und andere Gerüche von der Haut. Auch unmittelbar nach dem Saunagang sollte die Dusche aufgesucht werden, bevor es zum Tauchbecken geht.

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Gute Körperpflege ist vor der Sauna Pflicht! Foto: Pixabay (CC0)

Das menschliche Miteinander: die Umgangsformen

Wer in die Kabine kommt, sollte die anderen mit einem freundlichen aber knappen „Hallo“ begrüßen. Dasselbe Verhalten sollte an den Tag gelegt werden, wenn der Chef oder der Hausarzt plötzlich hereinkommt. Peinlich wird es erst dann, wenn der bekannte Neuankömmling ignoriert oder stumm angestarrt wird.

Um die Privatsphäre der anderen Gäste zu wahren, sollte eine Armlänge unbedingt eingehalten werden. Sind ausreichend freie Bänke vorhanden, sollte der vorhandene Platz auch genutzt werden. Auf dem Sitz selbst sind ausladende Körperhaltungen nicht gern gesehen, um unerwünschte Einblicke in die intimsten Körperstellen zu vermeiden.

Wer Freunde oder Familienmitglieder mit in die Sauna bringt, darf sich mit diesen unterhalten, jedoch ist hier die Sprechlautstärke entscheidend. Leises Flüstern, wie es auch in der Kirche oder Bibliothek angemessen sind, ist völlig in Ordnung. Ausnahme von dieser Regel bilden stille oder Meditationskabinen.